Pionier der Industrie 4.0 feiert 25-jähriges Dienstjubiläum

Wie sehen die Fabriken von morgen aus? Wie verändert das Internet die Produktion? Wie werden Menschen in der Fabrik der Zukunft arbeiten?

Mit solchen Fragen beschäftigt sich Professor Dr.-Ing. Dr. h.c. Detlef Zühlke seit jeher intensiv. Am 1. April kann der Professor für Produktionsautomatisierung an der Technischen Universität Kaiserslautern nun sein 25-jähriges Dienstjubiläum begehen. Zühlke leitet zudem seit 2009 als Wissenschaftlicher Direktor den Bereich Innovative Fabriksysteme am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI).

Detlef Zühlke studierte Elektrotechnik und technische Informatik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Hier schloss er 1983 seine Promotion über Roboterprogrammierung am Werkzeugmaschinenlabor ab. Für seine herausragende Dissertation wurde er mit der Borchers-Plakette der RWTH Aachen ausgezeichnet. Zunächst forschte Zühlke weiter in Aachen an computergestützten Produktionsabläufen und Robotern. 1985 wechselte er zur Deutschen Lufthansa AG nach Frankfurt, wo er viele Jahre als Leiter der Flugzeugwartung tätig war. Es folgten weitere berufliche Stationen wie bei Boeing in Seattle, bevor er 1991 einen Ruf als Professor für Produktionsautomatisierung an der TU Kaiserslautern annahm. Von 2002 bis 2009 leitete er darüber hinaus das Zentrum für Mensch-Maschine-Interaktion am DFKI, wo er 2009 zum Wissenschaftlichen Direktor für den Forschungsbereich Innovative Fabriksysteme bestellt wurde. Mit der SmartFactory-Gründung in 2005 legte er den Grundstein für die Industrie 4.0-Bewegung und entwickelte sie in den letzten elf Jahren zu einem Transferzentrum von internationaler Bedeutung. Dieses Zentrum wurde jüngst von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel als Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0 ausgewählt.

Von 1997 bis 1999 war er Dekan des Fachbereichs Maschinenbau und Verfahrenstechnik. Außerdem war er in dieser Zeit als Mitglied des Senats tätig. 2002 gehörte er der Senatsarbeitsgruppe für Struktur- und Entwicklungsplanung an. Der TU Kaiserslautern und dem DFKI hat er stets die Treue gehalten. So erteilte er zwei Rufen der Ruhr-Universität Bochum 1998 und der Universität in Karlsruhe 2002 eine Absage.

Auch als Beirat ist Zühlke in diversen Ämtern tätig, so etwa bei Springer Publishing, dem FMTC Mechatronic Zentrum in Leuven und anderen. Ehrenamtlich engagiert er sich etwa als wissenschaftlicher Leiter des VDI-Useware-Kongresses oder als Vorstandsvorsitzender der Technologie-Initiative SmartFactory KL e.V.. Regelmäßig arbeitet er als Gutachter für die Deutsche Forschungsgemeinschaft, für das Bundesministerium für Bildung und Forschung, für diverse Stiftungen und viele mehr. Die Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, bestellte ihn erst kürzlich zum Transferbotschafter für das Themengebiet Industrie 4.0.

In seiner langen Karriere wurden Zühlke zahlreiche Auszeichnungen zuteil: 2005 erhielt er beispielsweise die VDI-Ehrenplakette für die Verdienste in der VDI/VDE Gesellschaft für Mess- und Automatisierungstechnik, 2011 verlieh ihm die weltweit führende Fachvereinigung für Automatisierungs- und Regelungstechnik IFAC den Outstanding Service Award und Anfang 2016 erhielt er das Ehrenzeichen des Vereins Deutscher Ingenieure. Die rumänische Lucian Blaga Universität verlieh ihm darüber hinaus 2013 die Ehrendoktorwürde.

Auch Universitätspräsident Professor Helmut J. Schmidt würdigt den Jubilar: „Wir freuen uns sehr, dass uns Professor Zühlke über diese lange Zeit die Treue gehalten hat. Zugleich sind wir sehr stolz auf seine großen Forschungsleistungen auf den Gebieten Mensch-Maschine-Interaktion und Industrie 4.0 sowie auf die enge und gute Zusammenarbeit mit dem DFKI. Wir sind froh, mit Herrn Zühlke eine solche Koryphäe in Kaiserslautern zu haben.“

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